Feier der Geburtstagsjubilare

Frauen und Kirche

Im Pfarrboten konnte ein Artikel zum Thema Frauen aus Platzgründen nicht abgedruckt werden. Er hier in 3 Teilen nachgeholt werden:

Teil 1: Frauen im Judentum

 „Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt“. (Theresa von Avila,16. Jh.)

In Israel hatten die Männer das Sagen.

  • Männerdominierte Umgangsformen wohin man sah.
  • Und die Männer hatten das Gesetz auf ihrer Seite.
  • Dieses stand in der Tora. Die Hl. Schrift der Juden. Die wichtigste Schrift im Alten Testament.
  • Geschrieben von Männern. Oder doch von Gott?
  • Ist die Bibel nicht das Wort Gottes? – Ja und nein.

Die moderne Bibelwissenschaft sagt es so: Die Bibel ist Gotteswort im Menschenwort. Also: Menschen einer bestimmten Zeit mit ihrem je eigenen Weltbild deuten ihre Erfahrungen in einem größeren Horizont. Sie erahnen einen Schöpfergott, der sie nicht im Stich lässt, der sein JA zu allem nicht zurücknimmt.

 

Dass die Frau benachteiligt war, hatte eine lange Tradition – auch in den Nachbarländern Israels.

  • Bei der Geburt zählten nur Söhne.
  • Frauen waren nicht erbberechtigt (auch Witwen nicht).
  • Ihr Zeugnis vor Gericht war nichts wert oder nur die Hälfte im Vergleich zum Mann.

Die Schöpfungserzählungen brechen zwar mit diesem antiken Bild von der Frau („Als Mann und Frau erschuf er sie, als sein Abbild“, „Ich will Adam eine Hilfe machen, die ihm entspricht“). Praktische Gleichstellung gab es aber trotzdem nicht in Israel. Die Frau war Dienerin, befreit von der Erfüllung religiöser Gebote, um bei ihren häuslichen Pflichten nicht gehindert zu sein (das Gleiche galt übrigens auch für die Sklaven…). Der Mann konnte die Frau aus der Ehe entlassen – umgekehrt keine Chance.

Traditionen sind sehr mächtig. Selbst göttliches Wirken vermag männlich-patriarchale Deutung nicht zum Schweigen zu bringen. Beide Schöpfungserzählungen (10. bzw. 6. Jh. v. Chr.) weisen eindeutig auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau hin. Und beide Erzählungen werden immer wieder einseitig gedeutet und immer wieder uminterpretiert. Von Männern für Männer.


Der Teil 2 erzählt davon, was Jesus von dieser Tradition gehalten hat und welche Rolle die Frauen in der Urkirche gespielt haben.


Robert Brunbauer

 

Kirchenmusik

Minitag im Stift Seitenstetten