Gedanken zum 5. Sonntag der Osterzeit

Liebe Schwestern und Brüder in Christus!

Wenn ich das Wort Mutter höre, erweckt es in mir das Gefühl von Beheimatung und Geborgenheit. Es heißt: „Die Heimat eines Menschen findest du nicht auf einer Landkarte, sondern im Herzen eines anderen Menschen.“ Es ist wohl im Herzen einer Mutter. Menschen haben immer Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Wärme und Nähe, nach jemandem, bei dem sie sich geborgen wissen.

Sie haben Sehnsucht nach Schutz und Sicherheit, nach jemandem, bei dem sie sich beschützt fühlen.

Sie sehnen sich nach Anerkennung und suchen jemanden, der sie erfahren lässt: Du bist wertvoll!

Sie haben Sehnsucht nach Liebe, nach jemandem, der für sie da ist, der sie so annimmt und liebt, wie sie sind.

Liebe Freunde! Wer kann diese Sehnsucht des Menschen stillen? Die mütterliche und väterliche Liebe! Mütterlich und väterlich möchte ich weder allein der Frau noch allein dem Mann zuordnen; denn auch Männer können mütterlich sein, so wie auch Frauen väterlich sein können. Wichtig ist, dass Menschen mütterliche und väterliche Liebe erfahren. Eine solch umfassende Liebe, die unsere Sehnsucht nach Heimat, nach Geborgenheit, nach Sicherheit stillt, schenkt uns Gott! Wir dürfen uns dessen immer sicher sein, wir dürfen darauf vertrauen!

Wie eine gute Mutter trägt uns Gott auf seinen Armen. Wie eine liebende Mutter tröstet er uns, richtet uns auf und gibt uns neuen Mut und neue Kraft zum Leben. Mütterlich drückt uns Gott an sein Herz und schenkt uns seine Nähe, seine Wärme und Geborgenheit. Gott ist fürsorglich bei uns und immer für uns da, so wie eine treu-sorgende Mutter bei ihren Kindern und für ihre Kinder da ist.

Die Mutter spielt nicht nur in unserem leiblichen Leben eine große Rolle, sondern auch in unserem geistlichen. Am Beispiel der Gottesmutter Maria, die bis zum Ende an der Seite ihres Sohnes ging und auch unsere Mutter geworden ist, können wir die Bedeutung einer Mutter in jeder Hinsicht ermessen.

Ich wünsche allen Müttern Gottes Segen, viel Freude in der Familie, gute Gesundheit und Zufriedenheit.

Wenn jemand sagt: Der HERR hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen, dann gibt Gott in diese Verlassenheit hinein eine Antwort. Er sagt: „Vergisst denn eine Frau ihr Kind, eine Mutter den Sohn ihres Schoßes?”Gott antwortet uns Menschen also mit einer Gegenfrage. Wie das Herz einer Mutter trägt uns Gott Zeit unseres Lebens!

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir dürfen Gott unseren Vater und unsere Mutter nennen! Zu Gott gehört das Väterliche und das Mütterliche in gleicher Weise. – Durch jedes liebende Wort, jeden liebenden Blick, jede liebende Geste, jede liebende Berührung und jede liebende Begegnung der Mutter erfahren wir zutiefst die Liebe Gottes.

Danken wir Gott für unsere Mütter, die uns seine Liebe spüren lassen!

Amen.

Pfr.Stephan.

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