Gedanken zum Palmsonntag

Der Einzug Jesu in Jerusalem

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor Jesus hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Mt 21,8-9

Liebe Pfarrgemeinde!

Damals standen in Jerusalem viele Menschen an den Straßen und jubelten Jesus mit Palmzweigen zu. Heute sind unsere Straßen leer. Kinder, die sich schon darauf gefreut haben, mit dem Palmbuschen zur traditionellen Segnung zu gehen, müssen diesmal zu Hause bleiben. Statt der Freude auf die Kar- und Ostertage herrscht bei einigen Hoffnungslosigkeit und Trauer.

Wenn wir das Evangelium vom Palmsonntag lesen und kurze Zeit später die Passionserzählung, dann merken wir, dass der anfängliche Jubel über Jesus überschattet wird von seinem Leiden und seinem Tod. Diese Spannung von Freude und Trauer dürfen wir heuer besonders am Palmsonntag selbst erleben. Aber es gibt Hoffnung. Der Palmsonntag ist nicht das Ende, denn wir wissen, dass Ostern folgen wird. Auch in unseren Pfarren besteht kein Grund zur Hoffnungslosigkeit. Tagtäglich beten hier viele Menschen, zünden abends Kerzen an und setzen so ein Zeichen der Solidarität und der Gemeinschaft. Die Hauskirche, das Gebet in der Familie, blüht auf. Ich danke euch allen, die ihr allein oder zu zweit, zu dritt,… zu Hause betet und auch die ins Gebet einschließt, die gerade nicht beten können.

Wir brauchen nicht traurig sein. Ostern findet trotz dieser Pandemie statt!

Wenn wir sonst Jesus auf der Straße mit unseren Palmzweigen zu jubeln, dann dürfen wir das heuer in unseren Häusern tun. Ich ermutige euch, dass ihr heute eure Palmzweige selber segnet. Segnet euch auch untereinander. Singt Gott ein Lied. Ladet ihn ein, in euer Haus, in euer Herz zu kommen. Wenn es sonst bei euch nicht üblich ist ein Tischgebet zu sprechen, dann ist heute die Gelegenheit dazu Jesus Danke zu sagen.

Ich lade euch am Beginn der Karwoche ein, dass wir auf unsere persönliche Beziehung zu Gott schauen und auf die Beziehung zu anderen Menschen. Wir können uns fragen:
Nehme ich mir Zeit, mit Gott über diese besondere Zeit zu reden, ihn zu bitten für das Schwere in meinem Leben und ihm zu danken für alles Schöne? Bin ich mit jemandem zerstritten und möchte ich um Verzeihung bitten? Bin ich meiner Familie dankbar für den Zusammenhalt, für die Geborgenheit?

Auch wenn es uns allen schwer fällt, diese Tage mit großer Freude und Zuversicht zu begehen, dürfen wir auf das Gute in unserem Leben schauen. „Wer glaubt ist nie allein“, heißt es in einem Lied. Diesem Wort dürfen wir vertrauen.

Pfarrhelfer Christoph Putschögl