Gedanken zum 3. Fastensonntag

Die Frau am Jakobsbrunnen

Die samartitische Frau sagte zu Jesus:” Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?” Jesus antwortete Ihr: “Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen, wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.” (Joh 4,11.13f)

Liebe Pfarrgemeinde!

Im heutigen Sonntagsevangelium ist Jesus in Samarien unterwegs und begegnet dort einer Frau am sogenannten Jakobsbrunnen. Menschen aus Samarien wurden damals von den Juden als Ungläubige angesehen. (Erzählung vom Barmherzigen Samariter!) Jesus reagiert jedoch anders. An diesem Brunnen bittet Jesus die Samariterin um Wasser. Was zunächst nach einem alltäglichen Gespräch aussieht entwickelt sich bald zu einem tiefen Glaubensgespräch. Nicht in der Synagoge oder nahe beim Tempel, sondern am Brunnen.

Wenn wir in der derzeitigen Situation nicht gemeinsam in der Kirche zum Gottesdienst zusammenkommen können, so kann uns diese Szene ein Impuls sein: Vielleicht kann unser gewöhnlicher Alltag zu so einem Ort des Glaubensgespräches werden. Ich kann auch in der Arbeit, am Mittagstisch oder im Wohnzimmer mit Kollegen, Freunden und meiner Familie über das reden, was mich im Herzen beschäftigt. Gerade auch über das, was derzeit mein Glaubensleben aufwühlt.

Jesus verspricht der Frau im Gespräch “lebendiges Wasser” und ganz natürlich fragt sie zurück, woher er denn dieses lebendige Wasser habe.

Am heutigen Sonntag können wir in der Kirche nicht gemeinsam feiern und die Eucharistie empfangen. In dieser schwierigen Situation stellt sich für jeden persönlich die Frage: Was ist mein lebendiges Wasser? Was ist meine geistliche Nahrung an diesem Sonntag, in dieser Woche? Jesus gibt uns eine Antwort: “Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.” Was ist dieses lebendige Wasser, das Jesus schenkt?

Es ist die Liebe Gottes! Die Frau am Jakobsbrunnen hat sich zunächst unwohl gefühlt. Sie trägt viele Verletzungen und Zurückweisungen mit sich herum. Dann spricht sie ein Jude an, was sich damals gar nicht gehörte. Doch im Laufe des Gesprächs erkennt die Frau: Ich bin von Gott geliebt. Alles was ich an Ballast herumtrage kann ich bei Gott abladen. Gott ist es, der mich so annimmt wie ich bin und der mir den Weg zum Leben in Fülle zeigt.

Liebe Pfarrgemeinde! Gerade in der Liebe zum Nächsten dürfen wir Gott erfahren. Fragen wir uns: Welche Menschen brauchen gerade meine Hilfe? Für wen kann ich in dieser Woche da sein? Für wen kann ich beten? Nehmen wir uns heute und in dieser Woche immer wieder eine Auszeit aus dem Alltag und denken wir im Gebet besonders an alle Kranken und an alle, die sie pflegen. Im Gotteslob findet Ihr das Lied “Alle meine Quellen entspringen in dir” (Nr. 891) Der Text kann euch Trost, Hoffnung und Zuversicht schenken.

Im Gebet verbunden

Christoph Putschögl, Pfarrhelfer